Farben/Schwarz \\ Minitimer Katzenposter \\ Ulf

//   10,- €, ermäßigt 9 €  //   08.04.2017  -  20:00  //  

Farben/Schwarz-- Post-Hardcore aus Hamburg

https://www.youtube.com/watch?v=Tf8bWqXtWMk

http://www.farbenschwarz.de/

Man muss ja vielleicht gar nich mit der Tür ins Haus und so... durchs Fenster is höchst wahrscheinlich der bessere Plan. Unerwartet, DA rechnet keiner mit. So ähnlich funktioniert das auch bei Farben/Schwarz. Wenn man denkt: ja, jetzt, kapiert, nimmt das auf einmal ne Wendung, die war vorher gar nich abzusehen. Und dann steht man da. Alles anders. Und irgendwie doch wieder nich.

Dabei legen die das gar nich drauf an. Nix Gewolltes, keine Sucherei nach was, das noch nie da war. Eigentlich immer grade raus. Oder halt mal um die Ecke, also durchs Fenster, weißt schon. Aber auf einmal sind dann halt die Momente da, die man am Ende ja doch sucht und haben will. Irgendwas, was man erstmal nur selbst hört. Und sonst keiner. Was Neues im Bekannten. Die eine Zeile, die im Ohr klebt, die Melodie, die auch ne Stunde später noch am Hirn nagt. Songs aus einem Guss aber voll von Brüchen, Kehle immer an der Grenze und manchmal auch drüber weg. Dauernder Ritt auf Messers Schneide. Aber kein Griff, nur Klinge.

So oder so ähnlich sehen das auch die paar Eingeweihten. Die sagen dann Sachen wie

"...mit Farben/Schwarz gesellt sich ein weiterer Anwärter auf die Krone des deutschsprachigen Posthardcore dazu"— Visions

"Eine Ansammlung von 3-Minuten-Brettern. Die Songs trotz der Heftigkeit technisch strukturiert und überraschen mit ruhigeren Parts, die wie ein Anlauf zum nächsten Tsunami daherkommen."—33rpm.

Na denn. Einer hat sogar mal gesagt "geilste Band der Welt". Der war da aber schon ziemlich drüber zu dem Zeitpunkt.


Minitimer Katzenposter (MTKP) -- Indie aus Rostock

https://soundcloud.com/minitimerkatzenposter

https://www.youtube.com/watch?v=sbDPml7q5T0

MTKP haben gelernt, dass die Suche nach einem neuen Sound lang sein kann. Sind erwachsen geworden, oder auch nicht. Jedenfalls ist ihnen das Leben dazwischen gekommen, hat Veränderungen und eine Live-Pause verordnet. Ein paar Jahre gewonnen, ein paar Buchstaben verloren, Freunde gewonnen und Freunde behalten. Jetzt ist der Ballast der frühen Zwanziger weg, Leichtsinn bleibt, die Dringlichkeit im Sound wächst. Die neuen Songs sollen rauer sein, härter. Es wurde über Post-Musiken gesprochen, auch über Punk. Die Tests im OffTheRoad-Studio zeigen, dass die Band auch bei zehn noch steht. Jetzt wird der Kopf ausgemacht, Staub geklopft, live gespielt.

Pressestimmen:

„Ihre neue EP wirkt wie eine Hommage ans Leben. Songs, zum Einen gekennzeichnet durch tiefgründige Texte, welche nicht nur von Luft und Liebe, sondern privaten Problemen und alltäglichen Erfahrungen sowie Eindrücken jeder Art erzählen, sondern zugleich eine Indie- Leichtigkeit mit sich bringen, die jeden ergreift, zum Tanzen einlädt und mitreißt.“ (Anne Breitsprecher, Immergut Blog, 2012)


Ulf -- IndiePunk aus Hamburg

https://ulfmusic.bandcamp.com/music

https://www.youtube.com/watch?v=KfX9EPwE248

Herbst 2016: Irgendeine deutsche Band spielt Punkrock. In jedem ihrer Lieder geht es um irgendein "Du", das irgendwas fühlen soll, z.B. Verzweiflung über die irgendwie immer noch schlechte Welt oder Wut auf die Ex, die das geplante Reihenhaus nun doch mit jemand anderem plant. Geschichten erzählen ist out, Gefühlsduselei in, Punk ist tot. Herbst 2016: Erstmal zu Penny. Da stehen ULF und kaufen Schnaps. In irgendeinem Keller verkleben sie kichernd wie kleine Jungs massenhaft alberne Sticker, denn sie sind über 30 und lieben das Leben. Kurze Zeit später treten sie auf und spielen Lieder genau darüber, aber eben umgekehrt: Darüber nämlich, dass das Leben, wie es hierzulande von den meisten gelebt wird, so brutal normal wie möglich, komplett beschissen ist. "In Häusern wie diesen soll man sich das Leben nehmen - dafür sind sie da! - Dafür hat man sie gemacht!". Auch die Liebe hat da ihren Platz, aber sie kann tatsächlich mal was retten, stimmt ja, "da ist noch Docht, und ich seh auch noch Wachs! - Ich hab Feuer dabei, das kann ich dir leihn"; was ULFs Sänger hier so angenehm entspannt und klar singt, ist so schön und ehrlich, hart und gemein, das schafft sonst vielleicht noch Jörkk Mechenbier, wenn er einen guten Tag hat. Und die Musik! "Stress bei Penny" hat einen Refrain, für den so manch andere Band die Ox-Redaktion anzünden würde - hymnisch, aggressiv, euphorisierend, bis es weh tut. Allgemein: herrlich melancholische Gitarrenarbeit und ein präzises, an den richtigen Stellen verspieltes Schlagzeug. Zusammen ergibt das vier wirklich sehr gute Lieder - man höre z.B. mal, wie elegant "Niklas wird entführt" zwischen dreckigem Punk und zartem Emo wechselt und dabei mal eben schnell eine Geschichte erzählt, die man so wohl noch nie gehört hat in diesem Genre: "Frau Jansen fleht und wimmert leise - hat viel zu oft nur Gutes gesehn!" Jawoll. Abschließend gibt's noch "Hackepeter", bei dem mir besonders die textliche Spielerei am Ende der Strophen gefällt - und auch hier hören wir wieder eine Liebesgeschichte, die sich der Kollege Rachut nicht hätte schöner ausdenken können. Also: Punk lebt, danke ULF, jetzt mal her mit dem Album!

Vier gute Lieder (EP) by Ulf