Obertonkonzert "Am Ende bleibt das Licht"

Hut-Konzert: Rudolf Ahrens, als Gast Frank Bergmann "Hang"
//   Hut-Konzert  //   29.09.2018  -  20:00  //  

Man kann Obertöne in Analogie zum Licht mit seinen Spektralfarben auch als Spektraltöne eines Klanges betrachten: So wie das Licht eine Komposition seiner Spektralfarben darstellt, so ist auch jeder Ton eine Komposition von Obertönen.

Unzählige Obertöne oder Teiltöne bestimmen die Klangfarbe eines Tones. Beim Obertonsingen wird der Mundraum so geformt, dass sich einzelne Obertöne herauskristallisieren und als zweite Stimme über dem Grundton erscheinen. Das langsame Verschmelzen einzelner Vokale miteinander bringt die Obertöne ans Licht. Wie helle Flötentöne erscheinen sie im Raum und lösen sich geradezu schwerelos von dem gesungenen Grundton ab.

Obertonmusik hören bedeutet, sich mit den universalen Schwingungsgesetzen zu beleben. Obertöne sind die in jedem Instrument und der menschlichen Stimme inne wohnenden Töne, die ihnen ihre Klangfarbe verleihen und immer harmonisch schwingen. Die wohltuenden Schwingungen werden vom Körper aufgenommen und breiten sich aus. Sie können ausgleichend und regenerierend wirken und dazu beitragen, das innere Gleichgewicht wiederzufinden.

Die Konzerte des Klangwerkers Rudolf Ahrens sind Reisen in ungewöhnliche Klangwelten. Die Zuhörer dürfen gespannt sein, welche traumhaften Bilder und Empfindungen die neuen Klänge und Klangkompositionen in Ihnen hervorrufen. Er benutzt bei seinen Konzerten nicht nur seine eigene Stimme, sondern setzt auch ungewöhnliche Instrumente mit besonders vielen Obertönen ein; Schellen, Zimbeln, Klangschalen, verschieden große Gongs, Shruti-Box (kleines "Hand-Harmonium" aus Indien), Monochord Fujara, Kotaro Maultrommel und Metall Schlitztrommel.

Von: Stefan Müller, 23.10.10

"Klangzauberer" sorgt für ein Gefühl des Schwebens

Geheimnisvolle Töne wie aus weiter Ferne drangen in die Ohren der Besucher von St. Gudula. Mit geschlossenen Augen genossen sie am Montagabend ein außergewöhnliches Konzert mit Klängen in ungeahnter Vielfalt. "Am Ende bleibt das Licht" lautete der Titel des meditativen Obertonkonzertes mit Rudolf Ahrens.

Dabei zeigte sich, dass der Klangwerker Rudolf Ahrens eigentlich ein Klangzauberor ist, der akustische Phänomene herstellt. In seiner, Musik werden Obertone herausgefiltort und erklingen als Flöte, Pfeife oder singende Säge und dies wohltuend und beruhigend. "Man hat das Gefühl, man schwebt", sagten einige Besucher im Anschluss an das Konzert. "Es ist nur Gefühl", antwortete Ahrens, "ohne Noten geschieht alles aus dem Augenblick heraus, man muss nur hören, wie die Instrumente gestimmt sind."

Mit Monochord, Gongs, Zheng, der chinesischen Harfe, Maultrommel und Duduk, der armenischen Flöte sowie einer slowenischen Flöte und Klangschalen nahm der Künstler die Besucher auf eine Reise mit und eröfftieto Klangwelten, die traumhafte Empfindimgen hervorrufen können. "Am Ende bleibt das Licht" war der Titel des Konzerts und der hatte nicht zu viel versprochen. Sichtlich entspannt nach diesem Wohlklang bekundeten die Zuhörer ihren Beifall aber nicht durch lautes Klatschen, sondern demonstrierten auf Anregung des Künstlers mit genussvollem "Ifmm", wie nach einer guten Mahlzeit, ihr Wohlgefallen.

Ahrens ist von Beruf Masseur und betreibt in Neustadt an der Ostsee eine Massagepraxis. Vor Jahren kam er auf die Idee, Entspannung durch Klang zu schaffen. So ergänzt er seine Tätigkeit als Masseur mit Tonschwingungen, mit denen er den "Einklang mit dem tiefen inneren Selbst" erreichen möchte.

Den Besuchern des Konzerts in Rhede taten die kosmischen Töne in der Kirche offensichtlich gut. Mit viel Interesse ließen sie sich im Anschluss von dem Künstler die Musikinstrumente erklären oder versuchten selbst einen Klangzauber entstehen zu lassen.

Kantor Stefan Müller, der Ahrens auf einer Reise an die Ostsee "entdeckt" hatte, sorgte mit dessen Einladung nach Rhede für einen Glanzpunkt bei der kirchenmusikalischen Festwoche, die derzeit unter dem Motto "Gudula-Impressionen" läuft!

Von: Gudrun Schröck Mittwoch, 27. Oktober 2010